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Im Fußball lassen sich Spielprognosen mit Fakten untermauern, aber meist entscheidet doch das Bauchgefühl: Welche Ahnung habe ich jenseits der Leistungsdaten zum Spielausgang? Und vor Allem: Welche Mannschaft hat meine Sympathie? So glimmt selbst beim Wochenend-Duell mit den Über-Bayern ein winziges Hoffnungsfünkchen im Herzen des echten Fans.

Im Geschäftsleben kann man sich diese Sentimentalität dagegen nicht erlauben. Bei der Cloud-Transformation sollten Sie sich an harten Fakten orientieren. Aber welche Leistungsindikatoren sind wirklich geeignet, um die Performance im Cloud-Geschäft zu beurteilen?

 

KPIs für die Business Transformation in der Cloud

Im 4. Teil unserer e-Book-Reihe zum Cloud-Business mit dem Titel „Optimize your Operations“ finden Sie auf den Seiten 22 und 23 eine ganze Reihe klassischer KPIs (Key Performance Indicators), die sich auch auf das Cloud-Business anwenden lassen. Die Kosten für den Direktvertrieb, der Anteil der Marketing-Ausgaben am Gesamtumsatz und der durchschnittliche Umsatz pro Kunde zum Beispiel sind Schlüsselindikatoren, die auch vor der Cloud schon eine Rolle bei der Performance-Beurteilung gespielt haben.

Was sich im Cloud-Geschäft ändert sind zum Teil die dabei als erfolgreich (oder erfolgversprechend) geltenden Werte. Ein Beispiel: In der klassischen Betriebswirtschaft gilt ein der Anteil der Marketing-Ausgaben am Gesamtumsatz von 1-2 % als Richtwert für die meisten Unternehmen und Tätigkeitsbereiche. Im Cloud-Business zeigt sich, dass einige der erfolgreichsten Partner diesen Anteil deutlich überschreiten: Zwischen 8 und 10 % Anteil am Umsatz sind dort keine Seltenheit.

 

Zwei Seiten voller KPIs – wie finde ich da die wichtigen?

Je digitaler Ihr Geschäftsmodell ausgerichtet ist, desto mehr Indikatoren können Sie einfach und effektiv überwachen. Das kann aber schnell zu einer Flut von Informationen und Daten führen, die Ihren Blick auf die wichtigen Geschäftsaspekte verschüttet. Deshalb ist es zu Beginn der Cloud-Transformation wichtig, dass Sie sich auf einige bedeutende Kenngrößen fokussieren.


Im Webcast „KPIs und Balanced Scorecards“ erklärt Robert Schweinar, INTERFACE FACTORS GmbH, wie Sie die wichtigen KPIs identifizieren und mit Scorecards die Umsetzung Ihrer Ziele nachvollziehen.

 

Unterteilen Sie dafür Ihr Cloud-Geschäft in 4 Bereiche, in denen Sie die Performance bewerten:

  1. Kunden: Akquisition/Retention, Umsatz pro Kunde, Kundenmeinung zum Unternehmen
  2. Finanzen: klassische Controlling-Kennzahlen wie Umsatzrendite und Liquidität
  3. Prozesse: Zeit, Qualität und Kosten interner Prozesse
  4. Innovation: vorhandene Skills, lernende Organisation, HR-Kompetenz

Durch den Einsatz von „Balanced Scorecards“ für das neue Geschäftsmodell können Sie festlegen, welche Ziele Sie verfolgen wollen, wie Sie diese Aspekte messen, welche Maßnahmen Sie zur Zielerreichung wählen und in welchem Zeitraum Sie welche Veränderung erreichen wollen. Ein Beispiel aus dem Finanzbereich:

Ziel ist die Senkung der Vertriebskosten (Cost of Sale, CoS) um 20%. Gemessen werden die CoS in Euro. Als Maßnahmen legen Sie fest, künftig vermehrt Zielgruppen mit schnellerer Entscheidungsfindung anzusprechen (bspw. Mittelstand statt Öffentliche Hand). Und als Zeitraum gilt das Geschäftsjahr X im Vergleich zu früheren Geschäftsjahren.

Nützlich sind in diesem Zusammenhang auch die Praxishilfen des Bundeswirtschaftsministeriums „Kennzahlen zur Steuerung kleiner Unternehmen“ und „Kennzahlen zur Steuerung größerer Unternehmen“.

 

Personal wird vom Kostenfaktor zum Business-Treiber

Im Personalbereich werden die KPIs ebenfalls von der Transformation zum Cloud-Business beeinflusst: Bei bestehendem Personal erfordern Schulungen und Weiterbildungen kontinuierliche Investition im schnelllebigen Cloud-Geschäft. Idealerweise verknüpfen Sie herausragendes Weiterbildungsinteresse mit Anreizen.

So steigern Sie die Motivation und binden die besten Mitarbeiter. Bei jüngeren Mitarbeitern zahlt eine Fort- und Weiterbildungsstrategie außerdem besonders auf das „Employer Branding“ ein. Sie steigern dadurch die Attraktivität Ihres Unternehmens für Bewerber und High Potentials. Und machen es der Konkurrenz schwerer, Ihnen die besten Leute abzujagen!

Nicht vorhandene Skills können Sie zukaufen oder durch Kooperationen mit anderen Partnern erhalten. Im Partner Center von Microsoft finden Sie eine Anlaufstelle für die Cloud-Zusammenarbeit mit anderen Microsoft-Partnern. Das ist kein Schwächezeichen – im Cloud-Geschäft müssen Sie ohnehin Schwerpunkte für Ihre Tätigkeiten festlegen. Kein Unternehmen kann alles gleich gut!

Generell sollten Sie bei der Cloud-Transformation die Prinzipien des Change Management beachten und sich überlegen: Wo steht Ihr Unternehmen ohne Transformation in 2 oder 5 Jahren? Aber beachten Sie dabei den veränderten Cash-Flow im Cloud-Business und legen Sie ausreichende Liquiditätspuffer fest! Mehr dazu finden Sie in meinem letzten Blogbeitrag „Cloud & Finanzen: Bloß nicht verhungern, bevor der Rubel rollt!

 

 

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Weitere Beiträge der Reihe “Die Eroberung der Cloud” von Christoph Heiming:

Cloud & Finanzen: Bloß nicht verhungern, bevor der Rubel rollt! (19.6.2016)

Business Transformation: Wandel ist das Motto! (18.05.2016)

Die Eroberung der Cloud (04.05.2016)

 

Weiterführende Informationen:

Gavriella Schuster: Filling the talent gap: how to find the candidates you need

Blogbeitrag: Recipe for partner success: ISV and VAR partners